(Steiermark) Im Gegensatz zu einem erst jüngst aufgezeigten Beispiel kann Tierschutz durch Polizeibeamte aber auch andersverlaufend betrieben werden, wie die Gruppeninspektoren Reinhold Raifbäck und Franz Schlagl beeindruckend bewiesen. Am Sonntag, den 8.1.2012 herrschte auf der A2 gegen 16 Uhr wie üblich starker Rückreiseverkehr in Richtung Wien. Ein verletzter Greifvogel, der laut Angabe der Sicherheitsdirektion Steiermark sehr wahrscheinlich mit einem Kraftfahrzeug kollidiert war, stand an der weißen Randlinie, die die Begrenzung zum Mittelstreifen darstellt. Hunderte Fahrzeuglenker passierten diese Stelle, aber nur ein Verkehrsteilnehmer fand es der Mühe wert die Polizei über diese Wahrnehmung zu informieren. Eine Besatzung der Autobahnpolizeiinspektion Hartberg wurde zum Einsatzort geschickt.
v.l.n.r.: GrInsp. Franz Schlagl und Reinhold Reifbäck mit dem geretteten Bussard | Foto: SID Steiermark
In Anbetracht dessen, daß die Autobahn in diesem Bereich 2-spurig geführt ist und zusätzlich der Rückreiseverkehr voll im Gang war, forderten die Polizeibeamten richtiger Weise einen weiteren Einsatzwagen zur Absicherung an. Die Rettungsaktion ohne kurzfristiger Sperre der Autobahn wäre unverantwortlich, da lebensgefährlich gewesen. Unter Zuhilfenahme eines Kartons war es den Beamten Schlagl und Raifbäck dann möglich, das Tier einzufangen und anschließend in ihre Dienststelle zu verbringen. Dort wurde der Bussard zwischenversorgt, dann von der Tierrettung der Arche Noah abgeholt und anschließend zum Verein Kleine Wildtiere in großer Not, der auf Greifvögel spezialisiert ist, transferiert.
Wie uns der Polizeibeamte im Interview mitteilt, hat er mit seinem Kollegen bei früheren Einsätzen auch schon Hunde auf der Autobahn einfangen können. Es handelt sich hierbei offensichtlich um zwei Menschen, die durchaus als aktive Tierschützer zu bezeichnen sind.
Eine Mitarbeiterin des auf Greifvögel spezialisierten Tiervereins, Frau Maierhofer, teilt am heutigen Tage auf Anfrage mit, daß der Bussard von Sonntag bis Mittwoch auf der Pflegestation war und dann in das geschützte Freigehege gegeben werden konnte. Dort wird er zur Beobachtung noch einige Tage verbleiben, bis er seine volle Flugtüchtigkeit wieder erlangt hat, um selbständig jagen und letztendlich in die freie Natur entlassen werden zu können.
UPDATE (17.1.2012)
Wie die Obfrau des Vereins Kleine Wildtiere in großer Not, Frau Monika Großmann mitteilt, wurde der Bussard am 15.1. von Birdlife Österreich beringt und anschließend am Fundort in Freiheit entlassen.
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